Ein vorläufiger Bericht über Signale, Sterne und andere Unwahrscheinlichkeiten
Eine fortlaufende Chronik aus einem zunehmend unwahrscheinlichen Sektor des Universums.
“There are more things in heaven and earth, Horatio,
Than are dreamt of in your philosophy.”
Und auf die Frage aller Fragen geben sie, fürwahr, keine Antwort. Zweiundvierzig bleibt sie schuldig.
I. Am Anfang war alles ganz einfach
Man muss weder Prophet sein noch über ein besonders leistungsfähiges interstellares Fernglas verfügen, um die gegenwärtige Flugbahn einigermaßen zuverlässig vorherzusagen.
In einem abgelegenen und ansonsten weitgehend bedeutungslosen Winkel der Galaxis existierte einst eine erstaunlich ergiebige Raumstation. In regelmäßigen Abständen materialisierten dort Ereignisse, konnten von vorbeikommenden Raumfahrern eingefangen werden und hinterließen anschließend eine erfreuliche Anzahl galaktischer Credits.
Das funktionierte über längere Zeit so bemerkenswert gut, dass einige Besatzungen zu der Auffassung gelangten, es handele sich um ein Naturgesetz.
Das war ein Irrtum.
Naturgesetze erkennt man unter anderem daran, dass sie nicht plötzlich montagmorgens ihre Meinung ändern.
Irgendwann begann sich die Raumzeit zu verändern. Zunächst kaum merklich. Ein Ereignis erschien etwas später als gewohnt. Ein anderes verschwand ungewöhnlich schnell. Dann folgten längere Pausen. Schließlich gab es Stunden, in denen überhaupt nichts geschah.
Das allein wäre nicht bemerkenswert gewesen. Der überwiegende Teil des Universums zeichnet sich schließlich dadurch aus, dass dort über sehr lange Zeiträume überhaupt nichts geschieht.
Bemerkenswert war vielmehr, dass zwischendurch immer wieder etwas erschien.
Genau darin bestand das Problem.
II. Gesehen. Angepeilt. Weg.
Die ersten systematischen Beobachtungen bestätigten einen merkwürdigen Eindruck.
Die Ereignisse waren vorhanden.
Sie waren nur ausgesprochen ungern vorhanden.
Ein typischer Vorgang verlief ungefähr folgendermaßen:
Gesehen.
Angepeilt.
Weg.
Mit zunehmender Verbesserung der Sensorik ließ sich das Phänomen schließlich vermessen. Die beobachteten Erscheinungen verblieben häufig lediglich zwei oder drei Sekunden im zugänglichen Raum-Zeit-Kontinuum.
Das führte zur naheliegenden Frage, ob eine höhere Zahl auftretender Ereignisse möglicherweise mit einer längeren Sichtbarkeit verbunden sei.
Sie war es nicht.
Auch während besonders aktiver Perioden blieb die Verweildauer bemerkenswert kurz. Das Universum produzierte dann nicht bessere Gelegenheiten.
Es produzierte lediglich mehr davon.
Deep Thought wurde um eine statistische Interpretation gebeten und wies darauf hin, dass dies zwei verschiedene Dinge seien.
Das Galaktische Zentralamt erklärte daraufhin beide für dasselbe und setzte eine Arbeitsgruppe ein.
III. Die Entdeckung der Wellen
Nach mehreren Tagen lagen genügend Beobachtungen vor, um einen ersten Blick auf die zeitliche Struktur zu werfen.
Und tatsächlich zeigte sich etwas.
Die Erscheinungen waren keineswegs gleichmäßig über den Tag verteilt. Stattdessen traten sie in Gruppen auf. Stunden nahezu vollständiger Stille konnten unvermittelt von kurzen Phasen erheblicher Aktivität abgelöst werden.
Am 17. August etwa entstand ein ausgesprochen dichtes Signalband. Andere Tage verliefen dagegen über weite Strecken fast ereignislos.
Die statistische Auswertung bestätigte den optischen Eindruck. Die Abstände zwischen den Ereignissen schwankten erheblich. Auf minutenlange Häufungen folgten mitunter Pausen von mehreren Stunden.
Der Variationskoeffizient lag auch nach Bereinigung offensichtlicher Nacht- und Störphasen deutlich oberhalb dessen, was man von einem ruhigen, gleichförmigen Prozess erwarten würde.
Das Galaktische Institut für Angewandte Unwahrscheinlichkeit bezeichnete das Muster als wellenartig gebündelt.
Marvin bezeichnete es als:
„Manchmal passiert etwas. Meistens nicht.“
Beide Beschreibungen erwiesen sich als statistisch weitgehend kompatibel.
IV. Hermines Alpentraum
Nach ungefähr neun Beobachtungstagen umfasste der Langzeitspeicher bereits mehrere hundert Ereignisse.
Für eine der beiden beobachteten Kategorien waren 346 Datenpunkte erfasst worden, für die andere 92.
Die erste Kategorie zeigte einen mittleren Abstand von 37,5 Minuten zwischen zwei registrierten Erscheinungen, allerdings bei einem Median von lediglich 2,4 Minuten.
Die zweite Kategorie kam auf durchschnittlich 76,2 Minuten, während der Median nur 8 Minuten betrug.
Diese eigentümliche Kombination erklärte einen erheblichen Teil des subjektiven Eindrucks.
Wenn etwas geschah, geschah häufig gleich mehrmals etwas.
Wenn nichts geschah, geschah dafür sehr gründlich nichts.
Damit war auch erklärt, weshalb ein Beobachter gleichzeitig zu zwei scheinbar widersprüchlichen Aussagen gelangen konnte:
„Da kommt doch ständig etwas.“
und
„Hier passiert überhaupt nichts.“
Beide konnten richtig sein.
Man musste sie lediglich zu unterschiedlichen Zeitpunkten äußern.
V. Die Konstanz des Verschwindens
Noch bemerkenswerter als die Häufigkeit war die Verweildauer.
Unabhängig davon, ob in einer Stunde zwölf, dreiunddreißig oder zweiundvierzig Ereignisse registriert wurden, blieb ihre durchschnittliche Sichtbarkeit im niedrigen Sekundenbereich.
Es gab also Aktivitätsfenster.
Aber keine Komfortfenster.
Eine Stunde mit vielen Signalen erhöhte die Zahl der Gelegenheiten, nicht jedoch die Zeit, die dem Beobachter für eine Reaktion blieb.
Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.
Ein Fischteich mit hundert Fischen ist für einen Angler schließlich nur dann besonders ergiebig, wenn die Fische länger im Wasser bleiben als die Zeit, die er benötigt, um die Angel auszuwerfen.
Die Vogonen hielten diesen Vergleich für wissenschaftlich unzulässig und verlangten ein Formular.
Das Formular verschwand nach 2,3 Sekunden.
VI. Das große Schweigen
Dann kam der 20. August.
Der Vormittag begann mit einzelnen schwachen Signalen. Anschließend herrschte über längere Zeit nahezu vollständige Ruhe.
Erst am Nachmittag öffnete sich plötzlich wieder eine Schleuse.
Zwischen 14 und 17 Uhr stieg die Aktivität auf beiden beobachteten Frequenzen deutlich an. Danach schloss sich das Fenster ebenso unvermittelt wieder.
Am folgenden Tag wiederholte sich das Grundprinzip in anderer zeitlicher Lage.
Bis etwa 11 Uhr: fast nichts.
Dann ein dichtes Rauschen.
Zwischen 11 und 15 Uhr materialisierten zahlreiche Ereignisse, mit einem ausgeprägten Maximum um die Mittagszeit.
Ab 16 Uhr:
Stille.
Die Raumzeit verhielt sich damit weniger wie ein Wasserhahn als wie eine schlecht organisierte Behörde: stundenlang keinerlei erkennbare Tätigkeit, anschließend plötzlich ein enormer Andrang und kurz darauf wieder geschlossen.
Deep Thought hielt diese Analogie für unnötig beleidigend.
Die Behörde legte Beschwerde ein.
VII. Neue Tiefenabtastung
Die Sensorik wurde deshalb verfeinert.
Es genügte nun nicht mehr festzustellen, ob sich etwas materialisierte.
Von nun an wurde zusätzlich gemessen, wie lange das Universum bereit war, seine Existenz zuzugeben.
Am Morgen des 22. August geschah zunächst acht Stunden lang nichts.
Dann erschien um 08:44:01 ein Quantensignal.
Verweildauer:
1,6 Sekunden.
Damit betrug die gesamte bis dahin gemessene Anwesenheit dieser Frequenz an jenem Sternentag bemerkenswerte 1,6 Sekunden.
Deep Thought wies darauf hin, dass eine Stichprobe von n = 1 gewisse statistische Einschränkungen besitze.
Das Galaktische Zentralamt widersprach und erklärte 1,6 Sekunden für vollkommen ausreichend, um unverzüglich eine Kommission einzusetzen.
Marvin äußerte Zweifel, ob etwas, das lediglich 1,6 Sekunden existiere, überhaupt den Aufwand rechtfertige, seine Existenz zu bedauern.
Die Vogonen beschlossen daraufhin eine Mindestverweildauer von drei Sekunden.
Das entsprechende Formular musste spätestens zwei Sekunden nach Materialisierung eingereicht werden.
VIII. Das Universum beobachtet den Beobachter
Zu diesem Zeitpunkt trat ein weiteres Phänomen hinzu.
Das Beobachtungssystem wurde seinerseits beobachtet.
Aus den Tiefen des interstellaren Datenraums erschienen Meldungen, Adressen und technische Hinweise. Nach eingehender Prüfung erwies sich die eigene kleine Messsonde als unschuldig. Sie tat weiterhin nichts anderes, als geduldig Erscheinungen und ihr Verschwinden zu registrieren.
Offenbar existierte jedoch eine weitere Schicht des Systems, deren Aufgabe darin bestand, zu beobachten, wie Beobachter beobachten, während andere Beobachter feststellen, ob das Beobachten ordnungsgemäß beobachtet wird.
Deep Thought bezeichnete dieses Konzept als Monitoring.
Marvin fragte, warum intelligente Lebensformen überhaupt noch etwas täten, wenn am Ende ohnehin jemand ein Protokoll darüber anlege.
Die Vogonen waren begeistert.
Sie beantragten eine Unterabteilung für Metabeobachtung.
Seitdem ist nicht mehr nur bekannt, dass der Beobachter das Universum beobachtet.
Das Universum schaut offenbar zurück.
Keine Panik. Vermutlich handelt es sich nur um Telemetrie.
IX. Der Dreisternnebel von Beteigeuze
Während die physikalische Forschung voranschritt, tauchte ein vollkommen anderes Problem auf: Sterne.
Nicht jene gewaltigen selbstleuchtenden Plasmakugeln, deren Masse ausreicht, um ganze Planetensysteme zusammenzuhalten.
Sondern kleine grafische Sterne.
★★★★★
Das Prinzip war erstaunlich.
Eine Lebensform stellte eine Anforderung. Die Anforderung wurde erfüllt. Anschließend durfte die Lebensform beurteilen, wie professionell das Universum dabei gewesen war.
So entstand eines Abends eine bemerkenswerte Konstellation:
★★★☆☆
Drei Sterne waren vorhanden.
Zwei fehlten.
Eine Suchmannschaft wurde entsandt.
Sie kehrte erfolglos zurück.
Deep Thought erhielt sämtliche verfügbaren Daten und kam nach längerer Berechnung zu dem Ergebnis, dass entweder zwei Sterne fehlten oder wesentliche Teile der Mathematik seit Pythagoras falsch seien.
Ford Prefect entwickelte daraufhin eine Arbeitshypothese:
5 Sterne: bekommen, was man wollte.
4 Sterne: bekommen, was man wollte, aber ohne überraschende Zugabe.
3 Sterne: bekommen, was man wollte.
2 Sterne: bekommen, was man wollte, aber der Planet stand ungünstig.
1 Stern: Gravitation vorhanden.
Marvin hielt bereits drei Sterne für eine groteske Überbewertung dieses Universums.
X. Die galaktische Kunst der Gegenvermessung
Damit stellte sich zwangsläufig eine weitere Frage.
Wenn Reisende Raumstationen vermessen dürfen – weshalb dürfen Raumstationen eigentlich keine Reisenden vermessen?
Das Galaktische Zentralamt für Einseitige Erkenntnisgewinnung beschäftigte sich eingehend mit diesem Problem und verwarf die Idee.
Die möglichen Ergebnisse erschienen zu gefährlich:
Navigationsfähigkeit: ★☆☆☆☆
Realitätskompatibilität: ★★☆☆☆
Verständnis elementarer Zusammenhänge: derzeit nicht messbar
Erwartungsmanagement: außerhalb des bekannten Universums
Eine solche Symmetrie hätte das gesamte Bewertungssystem gefährdet.
Also blieb es beim bewährten Verfahren:
Junge Lebensformen verteilen Sterne.
Alte Raumfahrer sammeln sie.
Vogonen verwalten sie.
Deep Thought versucht darin Mathematik zu entdecken.
Und irgendwo im Dreisternnebel treiben noch immer zwei vermisste Sterne durch das All.
Sollte jemand sie finden:
Bitte nicht zurückbringen.
Sie gehören vermutlich einem anderen Universum.
XI. Wenn man ins falsche Raumschiff steigt
Mit fortschreitender Beobachtungsdauer zeigte sich jedoch, dass nicht sämtliche Probleme astrophysikalischer Natur waren.
Manche Reisende betraten schlicht das falsche Schiff.
Sie meldeten zunächst eine vollkommen harmlose Route an und erklärten nach dem Start, eigentlich zu einem ganz anderen Planeten zu wollen – vorzugsweise zu einem, dessen Einreisebestimmungen, Bordvorschriften und Naturgesetze bereits vor der Ankunft außer Kraft gesetzt werden sollten.
Wurde darauf hingewiesen, dass dies möglicherweise eine andere Raumstation oder eine persönliche Untersuchung der Lage erfordere, erschien später mit bemerkenswerter Zuverlässigkeit ein einzelner Stern am galaktischen Firmament.
Besonders fortgeschrittene Navigatoren begannen deshalb schon vor dem Andocken zu prüfen, ob ein eintreffendes Signal später möglicherweise als Einschlagkrater auf einer öffentlichen Sternenkarte enden würde.
Das ist betriebswirtschaftlich durchaus nachvollziehbar.
Niemand beginnt gern für zehn Credits eine Expedition, wenn anschließend neunundneunzig Credits juristische Treibstoffkosten entstehen.
Das Universum bezeichnet diesen Vorgang als Risikomanagement.
Die Vogonen nennen ihn Formularoptimierung.
Marvin nennt ihn Lernen durch Schmerz.
XII. Zwei Signale und eine Sensation
Am 23. August erreichte die Beobachtungsreihe schließlich einen neuen wissenschaftlichen Höhepunkt.
Bis 09:32:18 herrschte vollständige Funkstille.
Dann erschien ein Quantensignal.
Mehr als zweieinhalb Stunden später, um 12:06:21, materialisierte sich erstmals eine Delta-Anomalie.
Die Zahl der Erscheinungen hatte sich damit von eins auf zwei erhöht.
Deep Thought wies darauf hin, dass dies mathematisch einem Wachstum von 100 Prozent entspreche und sich deshalb hervorragend für einen Geschäftsbericht eigne.
Marvin hielt dagegen, zweimal fast nichts sei weiterhin fast nichts.
Acht Minuten später geschah das beinahe Unvorstellbare.
Um 12:14:48 erschien ein weiteres Quantensignal.
Drei Erscheinungen.
An einem einzigen Tag.
Das Galaktische Zentralamt warnte unverzüglich davor, aus dieser Häufung voreilig auf einen funktionierenden Kosmos zu schließen.
Deep Thought bestätigte nach sorgfältiger Berechnung:
Drei ist tatsächlich mehr als zwei.
Marvin erklärte dies zum wissenschaftlichen Tiefpunkt des Tages.
XIII. Die Ökonomie der Hoffnung
Nach genügend langer Beobachtung stellte sich schließlich die einzige Frage, die jenseits aller Statistik von Bedeutung war:
Lohnt sich das?
Diese Frage ist erheblich komplizierter, als sie zunächst erscheint.
Eine Maschine, die zuverlässig niemals etwas ausspuckt, verliert schnell ihre Kundschaft.
Eine Maschine dagegen, die zwei Stunden schweigt und anschließend unvermittelt klingelt und ein paar Credits auswirft, besitzt eine bemerkenswerte psychologische Eigenschaft:
Sie lässt die vergangenen zwei Stunden im Nachhinein weniger sinnlos erscheinen.
Auf der Erde existieren dafür verschiedene Begriffe:
versunkene Kosten, variable Verstärkung, Status-quo-Effekt, Verlustaversion und Opportunitätskosten.
Die Galaxis fasst das kürzer zusammen:
Hoffnung.
Hoffnung ist eine wunderbare Sache.
Sie eignet sich nur bedauerlicherweise nicht besonders gut als Recheneinheit.
Entscheidend ist deshalb nicht, was eine Reise früher einmal eingebracht hat.
Entscheidend ist, was die nächste Stunde voraussichtlich bringt – und welche anderen Möglichkeiten während dieser Stunde ungenutzt durch das Universum treiben.
XIV. Die Dinosaurierstrategie
Auch die Dinosaurier verfügten über ein über Jahrmillionen ausgesprochen erfolgreiches Geschäftsmodell.
Es bestand im Wesentlichen aus zwei Komponenten:
sehr groß sein
und darauf vertrauen, dass sich die Rahmenbedingungen nicht wesentlich ändern würden.
Im Nachhinein erwies sich insbesondere der zweite Teil des Plans als verbesserungsfähig.
Genau darin liegt das grundsätzliche Problem historischer Erfolge.
Dass ein System gestern hervorragend funktioniert hat, ist kein Beweis dafür, dass es morgen noch funktionieren wird.
Verbrauchter Treibstoff bleibt verbraucht.
Geflogene Lichtjahre bleiben geflogen.
Man bekommt beides nicht dadurch zurück, dass man weitere Lichtjahre in dieselbe Richtung fliegt.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht:
„Wie gut war es früher?“
Auch nicht:
„Wie lange bin ich schon dabei?“
Und schon gar nicht:
„Vielleicht kommt gleich noch etwas?“
Die entscheidende Frage lautet:
Würde ich unter den heutigen Bedingungen morgen noch einmal damit anfangen?
Falls die Antwort Nein lautet, hat das Universum seine Entscheidung möglicherweise längst getroffen.
Der Raumfahrer hat sie nur noch nicht zur Kenntnis genommen.
XV. Vorläufiger Bericht an das Galaktische Zentralamt
Damit ergibt sich nach den ersten Beobachtungstagen ein erstaunlich konsistentes Bild.
Die Signale existieren.
Sie treten nicht gleichmäßig auf.
Sie bilden zeitliche Häufungen.
Zwischen diesen Häufungen können erhebliche Leerzeiten liegen.
Ihre Sichtbarkeit bleibt auch während hoher Aktivität ausgesprochen kurz.
Eine große Zahl vorbeiziehender Signale ist deshalb nicht mit einer großen Zahl tatsächlich nutzbarer Gelegenheiten gleichzusetzen.
Das ist keine abschließende Erklärung des Systems.
Es ist lediglich eine Beobachtung.
Und möglicherweise ist genau das der sinnvollste Zweck einer Zeitreihe: Sie soll nicht beweisen, was man ohnehin zu wissen glaubt. Sie soll über einen ausreichend langen Zeitraum zeigen, was tatsächlich geschieht.
Shakespeare hatte insofern recht.
Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Philosophie sich träumen lässt.
Manche davon erscheinen für 1,6 Sekunden.
Manche verschwinden für 162,5 Minuten.
Manche werden mit drei Sternen bewertet.
Und manche beschäftigen eine vogonische Kommission bis zum Ende des Universums.
Auf die große Frage nach dem Sinn des Ganzen geben die Daten weiterhin keine Antwort.
Zweiundvierzig bleibt sie schuldig.
Die Beobachtung wird fortgesetzt.
Keine Panik.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen