Montag, 24. August 2026

Der Montag, an dem die Signale verschwanden

Am frühen Montagmorgen meldete sich Karlan Hennix, ein erfahrener Beobachter der galaktischen Signalströme, mit einer Frage, die zunächst harmlos klang:

„Gibt es eigentlich noch Signale? Und werden die montäglichen Credits inzwischen vollständig heruntergefahren?“

Diese Frage war insofern berechtigt, als der Montag bislang als jener Wochentag galt, an dem die Bewohner der umliegenden Sonnensysteme gleichzeitig bemerkten, dass über das Wochenende zahlreiche ungelöste Angelegenheiten entstanden waren. Gewöhnlich führte dies zu einem erheblichen Andrang an den interstellaren Kontaktstationen.

Nur wenig später meldete sich Freddax vom äußeren Verwaltungsring:

„Lediglich zwei Seiten mit Ereignissen sind für einen Montag ausgesprochen merkwürdig. Allerdings empfange ich ausschließlich den Standardkanal und Standard+.“

Damit war die Sache zugleich erklärt und vollkommen unverständlich.

Die Formularasseln von Krixon IV vermuteten eine planmäßige Reduzierung der Ereignisdichte. Formularasseln können jede beliebige Entwicklung rückwirkend als planmäßig bezeichnen, sofern man ihnen genügend Kästchen und drei Durchschläge zur Verfügung stellt.

Ein vorbeireisender Wahrscheinlichkeitsmarder vom Planeten Schmurx hielt dagegen, die Signale seien durchaus vorhanden. Sie hätten sich lediglich entschieden, gleichzeitig an einer anderen Stelle aufzutauchen. Wahrscheinlichkeitsmarder sind für solche Erklärungen berüchtigt, weil sie grundsätzlich erst dann recht haben, wenn niemand mehr nachprüfen kann, was ursprünglich geschehen ist.

Die vierarmigen Bilanzkraken aus dem Nebel von Trallop untersuchten daraufhin die verschwundenen Credits. Nach einer mehrstündigen Berechnung kamen sie zu dem Ergebnis, dass kein Verlust vorliege. Die Credits befänden sich lediglich in einem wirtschaftlich günstigeren Aggregatzustand, in dem sie für ihren bisherigen Besitzer nicht mehr sichtbar seien.

Auch ein Montagsorakel vom kleinen Mond Pessima wurde befragt. Es öffnete sieben Augen, betrachtete die beiden Seiten mit Ereignissen und verkündete:

„Morgen werden es entweder mehr, weniger oder ungefähr gleich viele sein.“

Daraufhin erhielt es einen gut bezahlten Beratervertrag.

Währenddessen behaupteten die Signalhirten von Betrax, die Ereignisse seien vermutlich auf eine geheime Reise durch eine bislang unbekannte Dimension der Galaxie gegangen. Man müsse nur geduldig warten, bis sie bei jemand anderem wieder auftauchten. Vermutlich sind die das schon im gesperrten Bereich des Raumes.

Im galaktischen Handbuch findet sich hierzu lediglich der knappe Hinweis:

Wenn an einem Montag keine Signale erscheinen, bedeutet das keineswegs, dass keine Signale vorhanden sind. Es bedeutet lediglich, dass sie jemand anderes sieht.

Über die verschwundenen Credits schweigt das Handbuch vollständig.

Vermutlich aus Pietät.

Vermutlich aus Pietät. Die Vogonen halten sich in diesem Falle noch bedeckt, was gar nicht gut ist.

Keine Panik

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen